»Wie wird mir? — leichte Wolken heben mich —
Der schwere Panzer wird zum Flügelkleide —
Hinauf — hinauf — die Erde flieht zurück —
Kurz ist der Schmerz, und ewig ist die Freude!«

Ein heftig gestammelter Dank an den Prinzen, ein feierliches Schütteln der korrekt eingewinkelten Hände mit ihm und dem Major, und dann hinaus — hinaus in die herbstliche Abendluft ... O glühende Stirn, o glühendes Herz ...

Und nun — warten — sie noch einmal sehen, sie, »die alles Herrliche vollendet« ... nicht jene andre, das Kätzchen, den Spukgeist ... Nein, die eine, die weiße, die königliche ...

Warten auf sie — sie warten ja alle ... Eine dichtgedrängte Schar, lauter blutjunges Volk. Konservatoristinnen und Ladenmamsellchen untermischt mit Primanern und Studenten ... Sie warten vor dem Portal, vor dem ein einziger Wagen noch hält, ein einziger, während all die andern mit ihrer Fracht schleierumhangener, kapuzenverhüllter Weiblichkeit von dannen donnern — ein einziger Wagen, in dem, hüstelnd und frierend, ein bebrilltes Männlein hockt mit grauem Kragenbart: der Kanzleirat Buchner ...

Es dauert lange, dies Warten ... Aber Hans Thumser wartet nicht allein: An seiner Seite, geduldig fröstelnd, harrt der gestrenge Senior, ganz gegen jede Wahrscheinlichkeit und Psychologie ...

»Ne, Pilgram, wie Du mir heute vorkommst!«

»Na, was denn? Wieso denn?« knurrt der Erste. »Denkste vielleicht, Du hast die Kunstbegeisterung alleene gepachtet?!«

Und endlich — endlich — — am Bühneneingang fliegen die Hüte, die Mützen von den Köpfen —

»Jucunda Buchner — hoch! hoch!«

Voran schiebt sich eine derbe Matrone in uraltmodischer schleifenbesetzter Kapuze — und dann kommt — sie — so mädchenhaft auf einmal, so spießbürgerlich schlicht ... Wie ein Backfisch schaut sie aus, so menschlich, so nahe ...