Ein riesiges Arrangement von Rosen und Chrysanthemen, in Manneshöhe, lag umgestürzt auf dem Boden — daneben ein aufgerissenes Kuvert mit aufgeprägtem Wappen, ein zerknitterter Bogen schweren Elfenbeinbriefpapieres, und — — zwei Hundertmarkscheine ...

Auf dem Tisch aufgereiht die Karten der Spender der übrigen Blumenherrlichkeiten — Jucunda war offenbar eben beschäftigt gewesen, den Gebern zu danken, prompt und akkurat, wie es zu den geschäftlichen Pflichten einer vielgefeierten Künstlerin gehört ... da war das da gekommen ...

Frau Buchner hob das Briefchen auf, glättete es und hielt es Pilgram hin. »Da läsen Se's — und sagen Se, ob so was meeglich is — so eene Gemeinheit —!«

Jucunda hatte sich beim Klang der Stimme ihrer Mutter aufgerichtet ... nun tupfte sie rasch mit dem nassen Tüchlein die Tränen von den glühenden Augen, ordnete das wirre Haar und verfolgte mit gierigen Blicken Valentins Gesichtsausdruck, während er das Briefchen durchflog ...

Valentin Pilgram las ... und eine dunkle Zornesflamme schlug über sein feierliches Gesicht.

»Halunken!« knurrte er.

Er las weiter — nun wendete er das Blatt und sah nach der Unterschrift ... und plötzlich wurden seine Züge ganz starr, und seine Hände ballten sich zur Faust. Dann las er zu Ende ... ließ das Blatt sinken und starrte die Schauspielerin an mit Augen, in denen Schreck, fassungs- und ratlose Bestürzung stand.

»Sie ... kennen, scheint's, die Herren —?« fragte die Kanzleirätin.

»Es scheint, fast — ja ... entsetzlich fatal ...«

»Am Ende gar — Korpsbrüder von Ihnen —?«