»Sie werden sich wohl ungefähr vorstellen können, weswegen ich komme, Frau — Buchner!« begann er scharf. »Nicht wahr?«

Frau Doris' Kinnbacken schlotterten. Da hatte man die Bescherung! Und ihr Rat war fern ... Und das Kind ... Und sie mußte den ersten Ansturm des Schicksals ganz allein aushalten, von Gott und aller Welt verlassen ...

»Nu ja, nu nee ... denken ... kann ich mersch am Ende ...«

»Na also: Um's kurz zu machen: Ihr Fräulein Tochter hat eine Einladung, wie sie in der ganzen Welt Abend für Abend an tausend und abertausend Kolleginnen Ihrer Tochter ergeht — die hat sie damit beantwortet, daß sie mir und ... meinem jungen Freunde, in dessen Namen ich mit unterzeichnet hatte, eine Forderung auf schwere Waffen hat überbringen lassen. Darf ich mich zunächst erkundigen, in welchen Beziehungen der ... junge Herr, der sich zum Beschützer Ihrer Familienehre aufgeworfen hat, zu Ihrer Tochter steht?«

»Aber ich bitt' Ihn', Herr Major — in gar keener Beziehung. Er wohnt hier im Haus ... zur Miete ... un da is er ... ganz zufäll'g is er dazu gekommen, wie meine Tochter een Weinkrampf hat gekriegt, als das Bukett ist angekommen ... un der Brief ... un ... un das Geld ...«

Hm ... das Geld ... und ... ein Weinkrampf ... verdammt peinliche Vorstellung ... aber was war zu machen ... man mußte oben bleiben.

»So ... also in gar keinen Beziehungen ... verehrteste Dame, Sie haben keinen dummen Jungen vor sich, dem Sie Lederstrumpfgeschichten aufbinden können. Ich will also mal annehmen, der junge Herr ist der ... Bräutigam Ihrer Tochter ...«

»Ne, ne, wahrhaft'gen Gott nich — aber gar keene Ahnung ... e junger Student, ne, ne, wie kenn' Se nur so was denken ... So was hat meine Jucunda wahrhaft'gen Gott nich neetig!«

»Hm ... also nicht ... Na dann wollen wir's dahingestellt sein lassen, welcher Art das ... Verhältnis zwischen den beiden jungen Leuten ist ...«

Jetzt hatte Frau Doris sich denn doch gefunden. Die Ehre ihres Hauses, ihres Mädchens —? Ne, ne, damit durfte man denn doch nicht spaßen ...