»Durchlaucht ... ich darf wohl bitten ...« warf der Major ein.
»Na, jedenfalls ist das meine Auffassung!« lachte der Erbprinz, »— können Sie meinetwillen nach Dillingen berichten! Und das bitte ich mir aus, Herr Major: bei den Meiningern belegen Sie heut abend sofort die vorderste Proszeniumloge! Ich sehe mir die ... Kunst ... gern aus der nächsten Nähe an! Lieber Pilgram — zur Eröffnungsvorstellung sind Sie mein Gast, nicht wahr?«
»Sehr gütig, Durchlaucht ...« sagte Valentin Pilgram und sann nach. »Das wäre, soviel ich weiß, am nächsten Mittwoch ... da haben wir allerdings offizielle Kneipe, und ich als Erster Chargierter dürfte eigentlich nicht ... und dann ... habe ich auch nicht allzuviel fürs Theater übrig ...«
»Philister Sie! Na und Sie, Herr Thumser — wie wär's mit Ihnen?«
Hans Thumser wurde glühendrot ... halb in Glück, halb in Befangenheit ... er hatte sich bereits schmerzlich bewegt ausgerechnet, daß es gegen Ende des Monats gehe, und sein Wechsel ihm einen Besuch der Meininger wohl schwerlich vor dem ersten November gestatten würde ... also das fiel ja geradezu vom Himmel ... andererseits ... mit diesem blasierten, schwunglosen Menschen zusammen — wie würde er's ertragen, in seine Andacht hinein solche Reden vernehmen, gar ihnen ehrerbietig lauschen zu müssen?
Dennoch ... besser als gar nichts ...
»Ich nehme mit Freuden an, Durchlaucht ...«
»Also abgemacht! Was gibt's denn, Herr Major?«
»Jungfrau von Orleans ...«
»Ausgerechnet —!« schnarrte der Prinz — »Schiller —! Gymnasium in Wiesbaden — verfluchten Angedenkens! Schiller! Was ist Schiller? Eine Serie von Aufsatzthemen —!!«