Und hatte Agathe das nicht herausgefühlt — nicht ahnend empfunden — selbst aus dem schattenhaften Abbild seines Werkes, das sie allein erst kannte?!
Und warum mußte er dieser letzten Sekunde des heißen Kampfes, des schmerzvoll bittern Sieges gedenken ... in diesem Augenblick ... im Arme des Mädchens, das er sich zur Kameradin seines Lebens, zur Friedenbringerin seines Herzens erkoren?
Sie hatte ihn nicht gebracht ... den ersehnten Frieden ... Ob er wohl kommen würde, wenn er sie einmal ganz sein eigen nennen durfte?
An diese Hoffnung wollte er sich anklammern.
Achtes Kapitel.
Und nun saß Martin Flamberg inmitten des glänzenden Kreises des Regiments Prinz Heinrich der Niederlande und seiner Damen im kerzenhellen Kasino vor dem Vorhang, hinter dem das Festspiel sich entrollen sollte.
Wirklich eine stattliche Versammlung.
Zu den Offizieren des Regiments hatte sich ein größerer Zuzug fremder Uniformen gesellt, deren Träger dem Regiment nahe standen.
Voran natürlich der Brigadekommandeur mit seinem Stabe, ferner der Bezirkskommandeur mit seinem Adjutanten, dann eine Anzahl glatzköpfiger, weißbärtiger Herren, pensionierter Generale und Stabsoffiziere mit redseligen Gattinnen und leise verblühenden Töchtern; denn die Villenvorstadt der Garnison war eine vielbegehrte Pensionopolis. Auch sämtliche in erreichbarer Nähe wohnenden inaktiven und Reserveoffiziere des Regiments hatten sich eingefunden.
Zu den Waffenröcken, die bei den ältern Herrn von einem bunten Ordensgeflimmer erhellt waren, gesellte sich ein lichtfarbiger, gleißender Damenflor.