Säbelklirrend kam Leutnant Blowitz herein, der neue Adjutant des ersten Bataillons, erst seit kurzem aus dem fernen Osten in das rheinische Regiment versetzt: »Morgen, Menshausen — nanu, gibt's denn heute mittag ein größeres Zauberfest?«

»Allerdings,« erwiderte Menshausen kurz, »Regimentsmusik!«

»Was ist denn los?«

»Die Herren Kameraden der Reserve und Landwehr werden in unserer Mitte begrüßt.«

»Ah — richtig, richtig — aber warum machen Sie denn dazu so'n saures Gesicht, Menshausen?«

»Ich weiß nicht,« brummte der Kasinovorstand, »kann die Herren nun mal nicht verknusen — verderben den ganzen Eindruck des Offizierkorps — untergraben die Disziplin.«

»Na, hören Sie mal,« lächelte Blowitz, »ich habe mich bei meinem frühern Regiment mit den Herren ganz vorzüglich gestanden. Ist 'ne ganz nette Abwechslung — man bekommt doch mal was anderes zu hören, als ewig Kommiß- und Avancementsgeschichten. Übrigens sind die Herren nun einmal doch ein notwendiges Übel.«

»Ob sie notwendig sind, weiß ich nicht — übel sind sie jedenfalls.«

Leutnant Blowitz stand gerade an der Wand unter einem mächtigen Rahmen, der eine große Anzahl einzelner Photographien von Offizieren umschloß. Es waren die Toten des Offizierkorps des Regiments aus dem Feldzuge 1870/71.

»Ja, sehen Sie mal, lieber Menshausen,« meinte er, »schau'n Sie sich doch mal hier die Regimentstafel der Gefallenen von Siebzig an — da ist ein Hauptmann der Reserve und drei Leutnants der Reserve drunter.«