»Ich weiß nicht — ich finde, er sieht ausgezeichnet aus!«
In diesem Augenblick standen die Ordonnanzen stramm; denn ein neuer blauer Überrock erschien in der Tür zum Rauchzimmer.
»Morgen, meine Herren!«
»Guten Morgen, Herr Hauptmann!« Die beiden Offiziere verneigten sich.
»Ah, Herr Hauptmann schenken uns die Ehre heute,« sagte der Kasinovorstand, »ist ja wohl das erstemal, seitdem Herr Hauptmann der Tischgesellschaft auf so überaus angenehme Weise entfremdet worden sind!?«
»Tja,« meinte Hauptmann von Brandeis, »alles den Herren Kameraden von der Reserve zu Ehren! — Da ist nämlich der Maler Flamberg dabei, den hab ich seinerzeit als Rekruten ausgebildet. — Ich habe bei Herrn von Schoenawa durchgesetzt, daß er in meine Kompagnie kommt.«
»So,« meinte Menshausen, »also der ist Herrn Hauptmanns Fall?«
»Warum nicht?« entgegnete Hauptmann von Brandeis, »und übrigens — wissen Sie, wir gehen doch nächstens ins Manöver, und da weiß ich aus Erfahrung — Flamberg hat nämlich schon einmal bei meiner Kompagnie während des Manövers geübt — der ist unschätzbar als Menagenchef. Wenn ich die Manöververpflegung dem Windhund, meinem kleinen Carstanjen, überlasse, dann bekomm ich während der drei Manöverwochen nichts Vernünftiges zu essen und zu trinken — da halt' ich mich schon lieber an Flamberg — das ist ein Genießer vor dem Herrn! — Außerdem hab' ich auch noch andere Absichten mit ihm: er soll meine Frau malen!«
»So,« meinte der Oberleutnant gedehnt, »wissen Sie denn auch, Herr Hauptmann, daß Flamberg in dem Ruf steht, von den Damen sehr — hm, hm! — verwöhnt zu werden?«
»Na, wennschon,« sagte Brandeis phlegmatisch, »er ist verlobt! — Übrigens war das eine ziemlich geschmacklose Bemerkung von Ihnen, lieber Menshausen.«