Da hatte er unterm schützenden Dach des Stabszeltes die hellen Regenmäntel, die wehenden Schleier der Damen erspäht.
Neugierig, in ritterlicher Haltung trabte er heran und begrüßte die errötenden Gäste des Biwaks.
»Meine Damen — allerhand Respekt! Bei dieser Sintflut im rauhen Kriegsgetümmel?«
Einen hämischen Zug um die Mundwinkel, hielt Oberleutnant Menshausen zur Linken des Obersten.
Schau, schau, die schöne Frau Cäcilie im Biwak — und die beiden Fräulein von Sassenbach ... und selbstverständlich in der Nähe der schönen Frau der Herr Sommerleutnant und Maler aus Düsseldorf ... und neben dem schlanken Majorstöchterlein die Karikatur, der Gehirnfatzke aus Bonn ...
Ein Skandal, daß man durch das an sich ja sehr ehrenvolle Kommando verhindert war, die Entwicklung dieser interessanten Ereignisse aus der Nähe zu verfolgen.
Aber warte — nächstens im Korpsmanöver ... was sagte die Manöverquartierverteilungsliste? Samstag, den neunzehnten September bis Sonntag, den zwanzigsten September: Regimentsstab — Schloß Hettstein — Erstes Bataillon — Bataillonsstab, erste und zweite Kompagnie: Dorf Hettstein —
Dann werden wir also die ganze Gesellschaft dicht beisammen haben ... dann werden ja die Dinge mehr oder weniger zum Klappen kommen ... dann könnte man vielleicht gar ein bißchen nachhelfen ...!
Wie ... das würde sich finden! — Jedenfalls irgend etwas würde sich dann ereignen ... ein kleiner Spaß ... eine kleine Abwechslung in diesem verflucht eintönigen Kommißdasein ...
Dann würde man sich entschädigen können für so manchen Ärger, den man hatte schlucken müssen ...