»Kompagnie — halt! — Mit Gruppen links schwenkt — marsch! Halt! Gewehr — ab! — Rührt euch!«
Schon erschien, aus seiner behaglichen, kühlen Kompagniestube hervorgekrochen, der behäbige Feldwebel, erschienen Mannschaften vom Arbeitsdienst in Drillichzeug, Feldmützen und blauen Schürzen, um die vom Gefecht übrig gebliebenen Platzpatronen und Patronenhülsen abzunehmen — einige Befehle wurden noch ausgegeben — dann hieß es: »Stillgestanden! — Weggetreten!«
Und nach strammer Kehrtwendung ergoß sich die Schar der jungen Krieger wie eine heiße Flutwelle schweißdunstiger, wangenbrauner Jugend in der Richtung auf die Kaserneneingänge und verlor sich schwatzend, lachend, stiefelpolternd in die hallenden Korridore.
Der Hauptmann warf seinem Burschen die Zügel seines Kleppers zu, voltigierte so elastisch, als ihm seine zweiundvierzig Jahre dies gestatteten, vom Pferde herunter und wandte sich zu seinen Offizieren. Die standen, Hand am Helm, Säbel angefaßt, seiner Befehle gewärtig: »Ich danke Ihnen, meine Herren — wie wär's mit einem Schoppen im Kasino?«
»Selbstverständlich, Herr Hauptmann!«
Da standen in der geräumigen Eingangshalle des Kasernengebäudes die sechs eingezogenen Offiziere des Beurlaubtenstandes: »Ah, sieh da — die Herren von der Reserve und Landwehr!«
Der Hauptmann und die beiden jungen, schmucken aktiven Leutnants traten auf die eingezogenen Herren zu und begrüßten die alten Bekannten. Von den sechs Angekommenen gehörten fünf zur Reserve des Regiments und waren den aktiven Herren von frühern Übungen her bereits bekannt. So war die Begrüßung sehr herzlich und kameradschaftlich.
Etwas hilflos stand der Leutnant der Landwehr Frobenius im Hintergrunde, aber Flamberg, eingedenk seines Versprechens, sich des Kameraden anzunehmen, winkte ihn heran: »Gestatten Herr Hauptmann, Herr Leutnant der Landwehr Frobenius — Herr Hauptmann Haller, Chef der dritten Kompagnie — die Herren Leutnants von Finette und Krummacher.«
Herr Frobenius faßte den Säbel in die Linke und legte die weißbehandschuhte Rechte wie eine große Flosse an den Helm mit einer so altväterlich unbeholfenen Handbewegung, daß der lustige, hellblonde Leutnant von Finette es sich nicht versagen konnte, gleich loszuulken: »Sagen Sie, Herr Frobenius, Sie haben wohl schon unter Albrecht dem Bären gedient, wie?«
»Warum meinen Sie, Herr Kamerad?« fragte Frobenius errötend.