Dann kam der Sturm, warf ihre Leiber zusammen, stieß ihre Lippen zusammen ...
Und wie sie sich küßten, da hatte jedes von ihnen die Vision eines bleichen, todesstarren Menschenangesichts.
Cäcilie sah Fritz, wie sie ihn gesehen hatte im Traum der vorletzten Nacht, im Manöveranzug, die Linke auf die Brust gepreßt, ein zähes Naß rieselnd zwischen den braunbehandschuhten Fingern hindurch ...
Und Martin war's, als hielte er Agathe im Arm wie beim letzten Wiedersehn daheim, als sie sich leise stöhnend an seine Brust geworfen hatte ... jetzt aber erstarrte, erkaltete sie an seinem Herzen ... schwand hin ... sank in sich zusammen ... eine jählings welkende bleiche Rose ...
Mit einem wilden Schluchzen befreite sich Cäcilie aus Martins Arm.
»Leb wohl, Martin ... leb wohl —«
Sie hastete zur Tür, ihre Röcke raschelten ... aus dem Dunkel des Nebenzimmers blinkten die gelben Messingstangen und der weiße Spitzenhimmel ...
Die Tür fiel ins Schloß.
Und Martin strich mit dem Handrücken über die Stirn ... kalte Tropfen standen darauf ...
Dann wandte er sich bewußtlos der Korridortür zu ... seine Schritte wurden Flucht ... er riß die Tür auf und prallte im Rahmen mit Fritz von Brandeis zusammen.