Flamberg verneigte sich.
»Na, und nun erzählen Sie mal von sich ... Sie haben sich ja inzwischen auch verankert ... hoffentlich recht vorsichtig gewesen in der Wahl Ihres Herrn Schwiegerpapas?«
»Mein Schwiegervater ist Beamter!« sagte Flamberg, »übrigens, ich bin, Gott sei Dank, seit einiger Zeit auf besondere Vorsicht in dieser Beziehung nicht mehr angewiesen.«
»Aha ... na natürlich ... verdienen jetzt aasige Däuser .. das versteht sich ... Porträtmaler — Portemonnaiemaler — alte Geschichte! — Ja, sehen Sie, so gut geht's unsereinem nun nicht ... das ist noch das einzig Schöne an unserm Beruf, daß es uns kein Mensch übelnehmen kann, wenn wir unserer Zukünftigen nicht nur in die Augen, sondern auch ein bißchen ins Portemonnaie sehen ... Na, und in der Beziehung kann ich ja nicht klagen, wie Sie sich denken können ... übrigens auch in anderer Hinsicht hab ich direkt märchenhaften Dusel gehabt ... meine Frau heißt nicht umsonst Cäcilie ... die sollen Sie mal Klavier spielen hören — und singen ... Na, ich sag Ihnen ja: Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf!«
Er füllte sich und dem Gaste die Sektkelche und hob ihm das Glas entgegen. »Na also in diesem Sinne, lieber Flamberg: unsere Damen! — So ... Sie wollen auch mittrinken, kleiner Carstanjen ... ach Unsinn ... verstehen Sie ja noch gar nichts von ... aber mit anstoßen dürfen Sie doch ... Kommen Sie mal her mit Ihrem Pokal!«
»Ich kann nur noch einmal wiederholen: Herr Hauptmann unterschätzen mich!« schmunzelte Carstanjen mit spitzbübischem Lächeln auf seinem verwöhnten Geckengesichtchen.
»Sie, Flamberg,« sagte der Hauptmann, »ich hoffe, Sie werden mich bei der Erziehung dieses kleinen Windhundes da ein wenig unterstützen — das ist auch einer von denen, mit denen 's der Herrgott gar zu gut gemeint hat — und das ist ihm zu Kopf gestiegen — wenn er also üppig wird, dann hauchen Sie ihn nur gehörig an — meinen Segen haben Sie — und einen Gotteslohn verdienen Sie sich überdies!«
»Na, wir zwei werden uns schon vertragen! — Was meinen Sie, Herr Carstanjen?«
Das herzliche, offene Lachen, mit dem der Reserveoffizier dem jungen, aktiven Kameraden das Glas entgegenhielt, verscheuchte den Ausdruck von anmaßender Gekränktheit, der das hübsche, eitle Gesicht überhuscht hatte. Und so leerte die Königliche Erste eine Flasche Spezialmarke nach der andern in ungestörter Harmonie.
Weniger heiter sah es in der Gruppe der Königlichen Zweiten aus: