»Allerdings!« grunzte Hauptmann Goll, »was gibt's denn dabei?«

»Ich wollte Herrn Hauptmann nur fragen, ob uns nicht gestattet wäre, die Übung zu Pferde mitzumachen — wie ich soeben von Herrn Leutnant Frobenius höre, legt er ebenfalls Wert darauf, morgen früh zu reiten, und da ich für meine Person im Manöver als Ordonnanzoffizier zum Regiment komme und meinen neuen Gaul gern ein wenig an die Truppe gewöhnen möchte, so würde ich Herrn Hauptmann dankbar sein, wenn Herr Hauptmann uns gestatten wollten zu reiten!? — Meines Wissens reiten Sie ja auch momentan dem Obersten sein Handpferd zu, Quincke, nicht wahr?«

Leutnant Quincke hatte der Unterhaltung zugehört und bejahte mit perfidem Grinsen: »Gewiß — wenn Herr Hauptmann gestatten, komm auch ich hoch zu Roß!«

»Na schön,« sagte Goll, »ich hab nichts dagegen!«

Frobenius fühlte bei dieser Unterhaltung, wie die wenigen Haare, die seinen Schädel umsäumten, sich einzeln zu Berge sträubten. — Herr Gott im Himmel — schon morgen früh! — Was war da zu machen — Schicksal, nimm deinen Lauf!

»Wo wollen Sie denn Ihren Gaul herbekommen, Herr Frobenius?« fragte Menshausen unbarmherzig weiter, »haben Sie sich einen mitgebracht oder wollen Sie sich einen leihen?«

»Ich habe mich nach den Verhältnissen noch nicht erkundigt,« erklärte Frobenius, »ich denke, man bekommt in der Reitbahn passende Gäule geliehen, wie?«

»Selbstverständlich,« sagte der Oberleutnant, »wenn's Ihnen recht ist, stelle ich Ihnen meinen Burschen zur Verfügung — der kann ja morgen früh vor dem Dienst zur Reitbahn gehen und Ihnen ein Pferd besorgen.«

Frobenius ahnte Böses; doch er hatte sich nun einmal vorgenommen, jeder Gefahr die Stirn zu bieten, und so nahm er mit verbindlichem Lächeln das Anerbieten des Oberleutnants an.

Als im nächsten Augenblick Hauptmann Goll wieder einmal wortlos dem Landwehroffizier zutrank, beugte sich Menshausen zu Quincke hinüber und flüsterte ihm zu: »Sie, Quincke, ich werde meinen Burschen instruieren, daß er »Kuno den Schrecklichen« besorgt! — Kennen Sie den Schinder?«