»Also wirklich — mit dem Galopp wird's heute nichts! — Na, dann erzähl uns wenigstens was von gestern.«
»Ja, was ist da viel zu erzählen — ist eben mal wieder 'ne Anzahl fragwürdiger Gestalten, als Leutnants und Oberleutnants verkleidet, auf der Bildfläche erschienen — haben sich mit uns betrunken und uns allerhand höchst gleichgültige Geschichten von den merkwürdigsten Zivilberufen erzählt.«
»Was sind's denn für Leute?« fragte Nelly unverdrossen weiter, »bekommen wir sie auch mal zu sehen?«
»Na, doch natürlich — sind ja noch im Regiment, wenn nächstens die große Fête vom Stapel läuft!«
»Erlaube mir, bei dieser Gelegenheit zu bemerken, lieber Papa,« warf Molly ein, »daß wir heute spätestens um halb elf zu Hause sein müssen; denn wir sind auf Punkt elf Uhr zu Frau von Brandeis gebeten, wo die erste Probe für das Festspiel stattfinden soll.«
»Wat is det?« grunzte der Vater, »Festspiel? — Hab ich ja noch gar nichts von gehört!«
»Wir haben angenommen, das interessierte dich nicht, lieber Papa,« meinte Molly spitz. Dann aber ließ sie sich doch herab, etwas genauere Angaben zu machen. Es würden also lebende Bilder gestellt werden, und zwar drei — dazu verbindender Text, dialogisch gesprochen von Frau von Brandeis, Schwester Nelly, ihr selbst und Herrn Leutnant Blowitz — den Text habe ein Einjähriger des Regiments verbrochen.
Das letztere war schließlich das einzige, was den Major ernstlich interessierte. Ein Einjähriger des Regiments — von welcher Kompagnie der denn sei und wie er heiße?
Das wußten die Mädchen nicht — sie hatten ihn noch nicht kennen gelernt.
»Gnade Gott, wenn er von meinem Bataillon ist — dem werd ich die Hammelbeine langziehen — jedenfalls werd ich ihn mir mal vorbinden und ermitteln, ob er auch im Exerzierreglement und in Dienstkenntnis auf der Höhe der Situation ist — wenn nicht, dann treib ich ihm das Dichten aus — aber gründlich!«