Das Tempo verlangsamte sich ... abermals riß das Mädchen den Kopf des Durchbrenners herum ... noch schossen beide Gäule dicht Seite an Seite vorwärts ... aber der Ansturm erlahmte ...
Nun stieg der Fuchs ein paarmal in die Höhe, machte noch einen vergeblichen Versuch, auszubrechen, stieg abermals ... und stand plötzlich wie angemauert, flankenzitternd, schnaubend, über und über mit flockigem Schaum und Schweiß bedeckt ...
Der Reiter hatte bei diesem letzten plötzlichen Halt den Zusammenhang mit seinem Gaul vollends verloren und war in den Graben gekugelt.
Als der Major herankam, hatte sein Mädchen den Flüchtling bereits vollständig in ihrer Gewalt und beruhigte ihn mit Klopfen und Zuspruch ...
»So ein Satan von Mädel!« keuchte Sassenbach, »hast du denn nichts mitbekommen?«
Er mochte wohl fragen! —
Als der Major die Zügel des Ausreißers ergriffen hatte, ließ Nelly den rechten Arm schlaff heruntersinken — ihr war's, als seien alle seine Sehnen wacklig geworden und baumelten schlapp herunter, wie die ausgezerrten Kugelgelenke einer Gliederpuppe ... mit leisem Stöhnen zog sie die Luft durch die Zähne ...
»Tut's weh?« fragte der Vater nochmals besorgt.
»Haarsträubend!« gestand Nelly, »aber du siehst: aus dem Leim ist er noch nicht ... sehen wir also zunächst mal nach dem da im Graben! ...«
Frobenius war weich gefallen ... zu seinem Glücke war just neben dem Platz der Katastrophe ein Froschwässerlein im Chausseegraben, das hatte wie ein elastisches Kissen seinen Sturz aufgefangen ... die Frösche hatten dabei mehr Schaden genommen als ihr unfreiwilliger Gast ... Nun saß Frobenius mit der Rückseite seines Körpers in dem Tümpel, während die Beine noch auf dem Rande der Chaussee lagen. Er hatte sich aufgerichtet, und seine Arme standen hinter seinem Rücken in dem Wässerchen ... so sah er drein mit dem Unschuldsblick eines Kindes, das eben vom Himmel gefallen wäre ... seine Augen suchten, wie aus tiefem Traum erwachend, nach dem Urheber seines Unglücks ...