Aber nein ... das war ein häßlicher Gedanke ... Er war ihr wirklich von Herzen ergeben ... na, das konnte sie schließlich ja doch auch wohl verlangen ...!
Sie trat vor den großen, bis zum Fußboden herabgehenden Spiegel ... reckte ihre Arme ... und freute sich des flimmernden Widerscheins, den ein verirrter Sonnenstrahl in ihrem rötlich braunen Haar weckte ...
O ja — Cäcilie Imhof wäre auch ohne ihre halbe Million des heißen Umwerbens würdig gewesen, das Fritz von Brandeis ihr zu Füßen gelegt hatte ...
Das Fräulein meldete die Schwestern Sassenbach.
Die schlanken Mädels, beide fast um einen ganzen Kopf größer als Cäcilie, stürmten herein, voran mit Dragonerschritten die smarte Nelly, um die es immer witterte wie ein leiser Hauch von Stallparfüm.
Tränenlachend versetzten die Schwestern der Hausherrin die Geschichte von dem Landwehrleutnant im Froschpfuhl ... da lachte auch Cäcilie laut und herzlich mit.
Dann aber, als die Mädchen den Namen des Unglücksraben nannten, wurde sie stutzig ... »Haben Sie eine Ahnung, was der Herr seines bürgerlichen Zeichens ist —?«
»Irgend sowas bei der Universität, hat Papa gesagt!«
»So, vielleicht in — Bonn?«
»Ganz richtig, ja, ich glaube wohl,« meinte Nelly.