»Wer ist denn das?«
Nelly wußte Bescheid: »Das ist der Leutnant der Reserve Flamberg — ein Maler aus Düsseldorf!«
Ein Maler aus Düsseldorf ... welch ein Heimatklang ... welch ein Klang aus der blühenden, sprühenden Welt ihrer Jugend in die nüchterne, kaltglänzende ihrer Gegenwart hinein.
Vorüber ... vorüber zog mit raschem, taktmäßigem Schritt die gewaffnete Schar ... es grüßte der puppenzierliche, kleine Carstanjen ... es grüßte mürrischen Gesichts der struppig umbartete Hauptmann Goll ... es grüßten am Schluß des Zuges von ihren Pferden der Oberleutnant Menshausen und der Leutnant Quincke. Vorüber, vorüber, und fernhin verhallte der Trommelschall, der taktmäßige Schritt der Kompagnien.
Das ist deine Welt — das heißt eine Welt — — so klang's in der Seele der jungen Frau ... und dazwischen: Ein Maler ... ein Maler aus Düsseldorf ...
Wieder saßen die drei Damen im gründämmerigen Salon und schwatzten. Das ganze Festprogramm wurde durchgesprochen, ein Rollenverzeichnis für die lebenden Bilder aufgestellt ... So verrann eine halbe Stunde; da erschien Leutnant Blowitz: »Melde mich ganz gehorsamst zur Stelle, gnädige Frau, und bitte tausendmal um Entschuldigung! — Gnädige Frau haben ja selbst gesehen — —!«
»Allerdings, Herr Blowitz — sehr erfreut, Sie nun auch persönlich kennen zu lernen — nun, wann kommt denn der Dichter?«
»Gnädige Frau meinen den Einjährigen — ja, das wissen die Götter — der ist abhanden gekommen!«
Sensation!
Und Blowitz berichtete.