»Man schlägt sich so durch, gnädige Frau!«
»Ich glaub's ... Sie müssen nämlich wissen, Herr Flamberg, ich war diesen Juni mit meinem Mann auf Urlaub in Berlin ... Da hab ich Ihre zwei Bilder in der Sezession gesehen ... Wissen Sie, was mein Mann damals zu mir sagte? Du, so ein Bild möcht ich von dir haben!«
Aha — dachte Martin Flamberg, darauf will's also hinaus ...
»Ich beneide Sie!« fuhr die schöne Frau fort, »ich beneide euch Künstler überhaupt!«
»Beneiden? — um was?«
»Wie soll ich sagen — Sie sitzen hier friedlich und plaudern oder strampeln draußen auf der Heide herum und führen Ihren Zug ... und derweile reisen Ihre Bilder in der Welt herum ... reden zu Tausenden, was für ein Kerl Sie sind ... Ist das nicht beneidenswert? — Ich möchte es — die Fernwirkung Ihrer Persönlichkeit nennen!«
»Ach, gnädige Frau, mich dünkt ... viel beneidenswerter als solche Fernwirkung, von der man schließlich doch nichts hat ... viel beneidenswerter muß die Nahwirkung sein, die eine schöne Frau ausübt.«
»Ach je, die Nahwirkung ... auf wen denn? ... Wen hab' ich denn, um ›nahzuwirken‹? Die Stabsoffiziere ... grämlich ... früh verbraucht — die Hauptleute ... dienstgehetzt — dazu die streberhaften Oberleutnants und die ungaren Leutnants ...«
»Sie urteilen sehr hart, gnädige Frau ... Diese Herren sind doch die Kameraden, die Berufsgenossen Ihres Gatten.«
»Ums Himmels willen, hab ich mir mal wieder den Mund verbrannt!? — Na, das bleibt doch unter uns, nicht wahr, Herr Flamberg?«