Gräßlich, dies frivole, ziellose Spiel mit den heiligsten Dingen ... mit Treue und Leidenschaft ... Wie rasch man das durchschaute ... wie rasch der pikante Reiz der ersten derartigen Erlebnisse verweht war ... und dann widerte es einen nur noch an ... Also von der Sorte war auch diese da ...!
Fast brüsk brach er auf und empfahl sich.
»Wir hoffen, Sie nächstens bei uns zu sehen, Herr Flamberg!«
Klischee, Klischee — — Und so etwas galt im Offizierkorps als eine Art höheres Wesen —
Schade — ein hübsches Bildchen hätte sie schon abgegeben: die schwermütigen braunen Augen unter der weißen Stirn, mit dem rostfarbenen, straffen Haarkranz darüber und ... Eine feine Schulterlinie hatte sie gewiß auch ... Der Unterarm, die feine, nervöse Hand ... Das war vielversprechend gewesen —!
Ausführlich und sehr lustig berichtete er an Agathe.
Schon einige Tage später konnte Martin Flamberg sich überzeugen, daß sein Künstlerauge recht vermutet hatte.
Drei Tage nach seinem Besuch lud ihn ein silbergraues Kärtchen zu einer Abendgesellschaft in kleinem Kreise ... ein Kärtchen, bekritzelt mit einer seltsamen Handschrift: feste Auf- und Abstriche, doch umschwirrt von einem kapriziösen Gewirr hin- und herfahrender Schnörkel ... links oben in der Ecke ein Doppelwappen, vermutlich das Adelswappen derer von Brandeis und das bürgerliche der alten Düsseldorfer Patrizierfamilie, aus der die junge Frau hervorgegangen ... Freilich! sie konnte es sich leisten, das Wappen ihrer Sippe neben dem adeligen aufzupflanzen ...
Er führte die Frau des Hauses zu Tisch — — Außer ihm: Major von Sassenbach mit Frau und Töchtern, Oberleutnant von Schoenawa und Leutnant Blowitz.