Das sprach er nach Tisch bei der Zigarre dem Hauptmann aus.

Der griff die Andeutung rasch und gewährungsfreudig auf.

Martin merkte, er war einem geheimen Wunsch seines Kompagniechefs entgegengekommen ...

Und zwei Tage später stand der Maler im Wintergarten der Villa Brandeis mit Pinsel und Palette der Hausherrin gegenüber. Flamberg hatte sich ein förmliches Atelier zwischen den Palmen und Skabiosen improvisieren dürfen. Als Hintergrund hatte er eine spanische Wand aufgestellt und eine blaßrosa Sammetdecke darüber aufgehängt, die er in einem der Salons entdeckt hatte.

Er selber trug über der grauen Litewka eine grobe blaue Küchenschürze, die Frau Cäcilie persönlich unter Lachen und Scherzen ihm umgebunden ...

Und nun durfte er sie ungeniert und gründlich betrachten, wie sie vor ihm im Sessel lehnte in dem Kostüm von neulich, das er sich ausgebeten hatte ... in der fraisefarbenen Seidenrobe mit dem rieselnden Gewirk bronzener Spitzen ... mit dem geraden Ausschnitt, der die herrliche Schulterlinie enthüllte ...

Seltsam war ihr zumute unter dem durchdringenden, enthüllenden Blick der braunen, durstigen Künstleraugen ... Weich ... hingebend ... opferfroh ...

Einmal trat der Maler auf sie zu, um ein paar Falten ihres Gewandes anders zu ordnen ... da durchschauerte es sie ... unwillkürlich schloß sie leise die Augen ... neigte das flimmernde, duftende Haupt zurück ...

Martin Flamberg mußte sich zusammennehmen ... mußte mit Gewalt an seine ferne Agathe denken ...

Und das war nun jeden zweiten Tag ein paar Stunden ... jeden zweiten Tag ...