Die Lust ist uns bestohlen.
Wer nahm uns Glück und Glut?
Das macht im Sand von Polen
Das viele stille Blut.

Wir tragen unsre Fahnen
Still in die Nacht hinein,
Das Blut auf unsern Bahnen
Ist unser Frührotschein.

Durch Polen möcht' ich traben,
Bis mir das Blut erglüht.
Das kommt vom Gräbergraben,
Das macht die Hände müd'.

Bei Schwertern und bei Fahnen
Schlief uns das Lachen ein.
Wen schert's! – Wir soll'n die Ahnen
Lachender Enkel sein.

Das Hin und Her der Märsche und Gefechte ging weiter. Aber der Krieg brannte nieder. Aus der Schlacht bei Wilna führte ich zuletzt die Reste zweier Kompanien heraus hinter die Kette der litauischen Seen, an denen wir uns einschanzen sollten.

… Und wieder vor der Kompanie
Tappt meines Fuchsen müder Schritt.
Durch Wald und Nachtwind führ' ich sie,
Und hundert Füße rauschen mit.

Der Wald ist wie ein Sterbedom,
Der von verwelkten Kränzen träuft,
Die Kompanie ein grauer Strom,
Der müde Wellen rauschend häuft.

Der graue Strom rauscht hinter mir,
Durch Sand und Schnee, durch Laub und Staub,
Und Well' um Welle dort und hier
Wird Sonnenraub, wird Erdenraub.

Es schwillt der Strom und ebbt und schwillt …
Mein Herz ist müd', mein Herz ist krank
Nach manchem hellen Menschenbild,
Das in dem grauen Strom versank.