Wir stehn einander gegenüber, jeder an seinem Pol. Doch es gibt noch ein Zenit, zu dem werden wir aufsteigen, du und ich.
Kann ich etwas für dich tun?
Der Freund:
Gib mir den Duft wieder einer Blume im Sommer, als noch verboten war, sie für die Geliebte zu pflücken. Gib mir die Sehnsucht zurück nach jenem Trick im Varieté, mit dem man Bürger begeistert. Laß mich noch einmal reisen, in kindlicher Phantasie, auf einem Regenbogen von Argentinien nach Venedig. Wie hat mich das erste Lächeln eines Mädchens bewegt auf der Konfirmandenbank neben mir in der Kirche! Und die kleine Vorstadt, wenn sich am Himmel die Röte der Nacht erhob, wie hat sie mich schauernd entführt nach Berlin! Nun schreite ich wieder dieselben Alleen, wo einst Unsterblichkeit in mir wurde, und weine in mich hinein, daß ich nichts mehr erlebe und nichts mehr opfern kann.
Der Sohn:
Ich durchschaue dich — du sprichst wahr. Du hast deine höchste Kurve noch nicht erreicht aus Schwäche und Unvollkommenheit. Aber jeder lebt nur, der am stärksten weiß, was er ist! Ich möchte zu dir sagen »steh auf und folge mir«. Wenn mir die Tore der Welt sich öffnen, kann es nur aus Schönheit und Größe geschehn. Vielleicht aber kannst du, der manches erfahren hat, mir die Schlüssel zeigen. Darum bitte ich dich, weil ich so hilflos bin ...
Vierte Szene.
(Das Fräulein tritt ein.)
Das Fräulein: