Der Sohn:
Eine tiefe Trauer erfüllt mich vor dem, was ich niemals werde sehn und nie werde sagen können. Ich denke nur an die Steppen Sibiriens, obwohl ich manchmal einen alten Mann im Graben finde und weiß, daß viele im Schnee verhungern. Ein Schauer erfaßt mich, daß ich nirgends die Schöpfung begreife! Ich denke des Augenblicks, da ich mitten im Frühling gehe und doch nur ein Fingerzeig bin am Himmel, der über mir lastet. Alles, was mir geschieht, ist ja ewig geschehn! Was bleibt denn von mir in dieses Daseins ruhloser Kette!?
Der Freund:
Die Not deines Herzens, die Träne in der Nacht und die Auferstehung am Morgen!
Der Sohn:
Komm bald wieder, dann werde ich dir näher sein. Ich will das Wunder kennen lernen, ehe der Schatten meines einsamen Zimmers mich wieder umhüllt. Ich will diesen Zaubergarten betreten, und koste es mein Augenlicht! Vor einer halben Stunde hab ich geschworen, der Freude zu gehören, die ich noch nicht kenne. Einmal muß mein Dasein mich erhören, vielleicht heute, vielleicht in hundert Tagen. Ich fühle, die Zeit ist nicht fern.
Der Freund:
Ich bin so zuversichtlich: dich führt ein gutes Gestirn. Ich komme wieder, wenn du mich brauchst. So entfliege denn!
Der Sohn: