Zweiter Akt.
Erste Szene.
Ein Tag später.
Der gleiche Raum. Die gleiche Stunde.
Der Sohn. Das Fräulein.
Der Sohn:
Eine schöne Frau in unsrer Stadt hat sich das Leben genommen. Man sucht den Vierwaldstätter See ab mit Booten und mit Lichtern, aber ihre Leiche findet man nicht. Einige behaupten, sie sei nicht gestorben, sondern lebe noch. Ich erschaure, wenn ich das höre! Wird sie auferstehen von den Toten? Wie gleichgültig, ob ihr Mann eine Mätresse hat.
Ich konnte nicht schlafen die Nacht. So ging ich in den Park und legte mich ins Gebüsch unter den schweflig gelben Mond.
Welch ein Wind aus dem ungezügelten Raum hat diese Frau fortgerissen von ihrem Sessel in der Loge, wo man sie erblicken konnte wöchentlich zweimal im Theater. In welche Finsternis ist sie geschwunden! Wer half ihr in der Not? Weiß jemand um die Tränen, eh ihr gekräuseltes Antlitz versank im See!
Das Fräulein: