Dein Zorn galt Heinrich von Kleist; (er berührt das Buch zärtlich) der hat dir nichts getan. — Welchen Maßstab legst du an!

Der Vater:

Bist du schon Schiller oder Matkowski? Meinst du, ich hörte dich nicht? Aber diese Bücher und Bilder werden verschwinden. Auch auf deine Freunde werde ich ein Auge werfen. Das geht nicht so weiter. Ich habe kein Geld gespart, um dir vorwärts zu helfen; ich habe dir Lehrer gehalten und Stunden geben lassen. Du bist eine Schande für mich!

Der Sohn:

Was hab ich verbrochen? Hab ich Wechsel gefälscht?

Der Vater:

Laß diese Phrasen. Du wirst meine Strenge fühlen, da du auf meine Güte nicht hörst.

Der Sohn:

Papa, ich hatte anders gedacht, heute vor dir zu stehn. Fern von Güte und Strenge auf jener Wage mit Männern, wo der Unterschied unseres Alters nicht mehr wiegt. Bitte, nimm mich ernst, denn ich weiß wohl, was ich sage! Du hast über meine Zukunft bestimmt. Ein Sessel blüht mir in Ehren auf einem Amtsgericht. Ich muß dir meine Ausgaben aufschreiben — ich weiß. Und die ewige Scheibe dieses Horizontes wird mich weiterkreisen, bis ich mich eines Tages versammeln darf zu meinen Vätern.

Ich gestehe, ich habe bis heute darüber nicht nachgedacht, denn die Spanne bis zum Ende meiner Schule erschien mir weiter als das ganze Leben. Nun aber bin ich durchgefallen — und ich begann zu sehn. Ich sah mehr als du, Papa, verzeih.