(Er legt die Hand auf seine Schulter.)

Der Sohn

(weicht zurück):

Nein, Papa. Ich liebe meine Zeit und will dein Mitleid nicht. Ich verlange nur eins noch von dir: Gerechtigkeit! Mach, daß ich nicht auch darin an dir zweifle. Mein Leben komme nun über mich! Es ist Zeit, Abschied zu nehmen, deshalb stehn wir hier voreinander. Nein, ich schäme mich nicht der Sehnsucht nach allem, was heute und herrlich ist. Hinaus an die Meere der Ungeduld, des befreienden Lichts! Verlassen sei die Öde deines Hauses und die Täglichkeit deiner Person. Ich fühl es, ich gehe einer glücklichen Erde entgegen. Ich will ihr Prophet sein.

Der Vater:

Sind das deine letzten Worte im Hause, das dich genährt und beschützt hat viele Jahre? Wer bist du, wenn du die edelste Schranke, Vater und Mutter, in Unkeuschheit zerbrichst? Weißt du denn, was du verlässest, und wohin du gehst? Tor! Wer gibt dir morgen zu essen? Wer hilft dir in Trübsal und Unverstand? Bin ich denn schon tot, daß du so zu mir sprichst!

Der Sohn:

Ja, Vater, du bist mir gestorben. Dein Name zerrann. Ich kenne dich nicht mehr; du lebst nur noch im Gebot. Du hast mich verloren in den Schneefeldern der Brust. Ich wollte dich suchen im Wind, in der Wolke, ich fiel vor dir auf die Kniee, ich liebte dich. Da hast du in mein flammendes Antlitz geschlagen — da bist du in den Abgrund gestürzt. Ich halte dich nicht. Jetzt wirst du bald mein einziger, mein fürchterlicher Feind. Ich muß mich rüsten zu diesem Kampf: jetzt haben wir beide nur den Willen noch zur Macht über unser Blut. Einer wird siegen!

Der Vater:

Es ist genug. Noch einmal hör auf mich! Ist denn kein Atem des Dankes, keine Ehrfurcht mehr auf deinen schäumenden Lippen? Weißt du nicht, wer ich bin!?