Der Vater:

Ich bin ein Mann und habe Erfahrungen, die du nicht hast. Du bist noch ein Kind.

Der Sohn:

Wenn Gott mich leben läßt, darf ich alles beginnen. Weshalb willst du mich darum verleugnen! Hast du nicht auch auf der blumigen Erde gespielt und manches geträumt, was dir nicht erfüllt ist?

Der Vater:

Ich habe meine Pflicht getan, das war mir das Höchste. Und du machst hier einen Unhold aus mir und bedenkst nicht: ich habe an deiner Wiege gestanden und du warst geliebt! Glaubst du nicht, daß ich auch heute noch manch schlaflose Nacht deinetwegen verbringe? Was soll aus dir werden! Wo sind deine Kinderworte geblieben, deine reine und unbefangene Brust? Du bist störrisch hingezogen, und verlacht hast du Rat und Hilfe. Und jetzt soll ich dir helfen, wo du zu mir kommst übernächtig und schlimm! Jetzt soll ich dir vertrauen?

Der Sohn:

Du bist mir ein Fremder geworden. Ich habe nichts mehr gemein mit dir. Das Gute, von dem du glaubtest, es sei so leicht, hat mich nicht in deinen Zimmern erreicht. Du hast mich erzogen in den Grenzen deines Verstandes. Das sei deine Sache. Jetzt aber gib mich frei!

Der Vater:

Wie sehr hat dich schon die Fäule dieser Zeit zerstört, daß du so trübe empfindest. Tat ich nicht recht, dich fernzuhalten von allem, was häßlich und gemein ist! Du bist entzündet von Begierden, die ich mit Schrecken erkenne. Wer hat dich so im Herzen verdorben? Ich habe dich als Arzt behütet vor dem Gift unsrer Zeit, denn ich weiß, wie gefährlich es ist. Dafür wirst du mir später noch dankbar sein. Aber wie ist das gekommen — es hat dich doch erreicht! Aus welchem Kanal brach die Ratte in deine Jugend ein? Mein armer Junge, wie verirrt du bist! Komm, laß uns das vergessen.