Ich habe nie einen Zweifel an ihm bemerkt. Im Gegenteil: er gehört uns mit Leib und Seele. Wie kommst du darauf?
Cherubim:
Seine plötzliche Abreise beunruhigt mich. Was bewog ihn? Wollte er an diesem Feste fehlen? Weiß er nicht selber, wie wichtig er ist?
von Tuchmeyer:
Er gehört zu den kritischen Temperamenten, die immer das Gegenteil von sich erstreben. Er ist sein eigner Widerspruch, aber gerade darin liegt die Bejahung seiner Natur. Ich schätze in ihm, wie auch du, etwas Geistiges, das verborgen wirkt. Deshalb auch stelle ich ihn bedingungslos unter dich, der du den Mut hast zur Exhibition. Du bist das repräsentative Ideal unsrer Idee; er ist ihr Kontrapunkt. Ihr bedingt euch gegenseitig, wenn etwas werden soll.
Cherubim:
Seine Abreise beschäftigt mich. Er weiß doch, was auf dem Spiel steht ...
von Tuchmeyer:
Du vergißt seine Hemmungen. Er muß sich auseinandersetzen, ehe er eine Sache tut. Du lebst der Eingebung; er verachtet sie. Und er liebt die lauten Feste nicht. Aber er ist uns unentbehrlich — wie wir das alle einander geworden sind. Vielleicht ist er der Stärkste; der Größte ist er jedenfalls nicht.
Cherubim: