(mit kalter Ruhe):

Solange ich hier bin, wird nichts geschehn.

Der Freund:

Herr von Tuchmeyer, ich weiß, Sie haben Geld. Andre haben das auch; deshalb sind Sie nicht schlechter — aber hüten Sie sich vor Dummheiten. Übrigens wird es Ihnen immer gut gehen: Machen Sie doch nicht andre zu Genossen Ihres subalternen Gefühls. Sie können ruhig Ihr Geld verschwenden, einst wird es wieder auf Ihren Schultern rollen. Aber was soll uns diese Welt mit Operetten und Monte Carlo? Sind wir nicht an jedem Brunnen älter, und ein anderes Dunkel umhüllt uns! Leben wir denn, um immerfort in Kasernen dies Wort herzhaft zu bewegen? Verdammt mit solchen Scherzen! Ich hasse alle Menschen, die sterbend noch das Grün im Spiegel der Bäume sehn. Aufhängen soll man jeden, der nicht Unlust und Verzweiflung und das penetrante Risiko verspürt hat, sich von diesem Miststern geräuschlos zu entfernen. Begreife man, daß wir uns durch Gefahr der Ewigkeit nähern. Was nützt uns der Hahnschrei des Glücks. Verehrte, lernt euch verachten! Wen Gott straft, der genießt zuviel.

von Tuchmeyer:

Haben Sie nicht Schwüre der Freundschaft begeistert mit uns getauscht? Weshalb verlassen Sie uns? Sie sind meineidig. Ich schäme mich Ihrer.

Der Freund:

Lieber Tuchmeyer, gehn Sie ab vom Kreuzzug. Sie dürfen noch in Sekt und Umarmungen selig sein. Wir können das nicht mehr. Erlauben Sie deshalb, daß wir darüber nachdenken. Wir bleiben nicht immer zwanzig Jahre, und Genies dürfen hier keine sein, (er dreht sich zum Fürsten um) außer Ihnen, Majestät.

Also ich erkläre es zum letztenmal: ich bin wurmstichig und habe den Mut, es vor aller Öffentlichkeit heute zu bekennen. Mag vor mir oder nach mir reden, wer will: ich werde das Gegenteil beweisen.

Und wenn Sie mir nicht glauben, so kommen Sie her: mein Herz klopft gar nicht — ich habe nicht mehr als 80 Pulsschläge in der Minute.