Sie saßen eng aneinandergelehnt und schwiegen.
Dann, als schämten sie sich ihrer Stimmung, begannen sie vom Feste zu reden, von diesem und jenem, das ihnen aufgefallen war. Als Hansens Name fiel, wurde sie schweigsam. Immer wieder kam Klaus Tiedemann auf Olthoff zurück. Er erhielt nur spärliche Antworten.
Schon dunkelte es, da klang eine schwache Stimme aus dem Nebenzimmer: »Papa?« Etwas Fremdes griff Klaus Tiedemann nach dem Herzen. Sein Kind verlangte nach ihm, mit dem ersten Laute des wiedererlangten Lebens. Er ging auf den Zehenspitzen zur Tür. »Vorsicht, Papa!« Hilde hielt den Finger auf den Mund. Er nickte und trat ein.
Die Dämmerung lag in den Ecken des Zimmers und ließ Leos Gestalt in den weißen Kissen undeutlich erkennen.
»Verzeih! mir, Pa!«
»Kind, bleib ruhig und sprich nicht viel.«
Er küßte den Sohn auf die eiskalte Stirn, auf der Schweißtropfen standen.
»Nicht fortgehen, Pa!«
»Nein, Kind, ich bleib' bei dir.«
Er ließ sich am Fußende des Bettes nieder und nahm Leos schmale Hand. Sie saßen minutenlang schweigend, und aus dem dunklen Fleck, den Leos Gesicht in der beginnenden Dunkelheit gab, leuchteten in fremder Kraft seine Augen. Dann begann er wieder: »Verzeih' mir; ich weiß, ich hab' dich betrogen.«