»Ich kann von hier nicht weg! Du mußt mit ihm gehen, Hilde.«
»Aber Papa, was hast du denn hier zu tun?«
Klaus Tiedemann lächelte traurig:
»Nichts.« Er näherte seinen Mund ihrem Ohr. »Ich kann Fred nicht allein lassen.«
»Warum?«
»Das weiß ich nicht.« Er schüttelte den Kopf. »Mir ist angst, Hilde.« Er legte seinen Kopf am ihre Schulter. »Ich glaube immer, nun fängt das Unglück an. Das Leben ist auf unsere Ruhe eifersüchtig geworden — nun müssen wir es büßen.«
»Was du dir für trübe Gedanken machst!« Hilde hatte für ihren Vater noch nie einen so herzlichen Ton gefunden. »Im Gegenteil, das ist jetzt nur eine vorübergehende Trübung, damit wir uns nachher desto mehr freuen können.«
»Worauf denn?«
»Na, hörst du, Papa, auf viel! Jetzt wird Fred und später Leo dir eine liebe Tochter ins Haus bringen, dann wirst du Großpapa und hast ganz kleine, süße, winzige Enkelkinder.« Hilde schmiegte sich an ihren Vater; von ihrer Rede, die sie begonnen hatte, um ihn zu zerstreuen, floß langsam der Inhalt auf sie über und nahm sie gefangen in ungeahnter Seligkeit. Sie legte den Kopf an ihn; er streichelte sie.
»Du bist gut, Hilde!« Klaus Tiedemann empfand die Weihe dieser Stunde, die ihm ein Kind zu eigen gab.