»Der Dame den Vortritt.« Olthoff ließ Hilde vorangehen und musterte in Eile die schweren eichenen Möbelstücke, die von dem sezessionistischen Tand der übrigen Einrichtung sonderbar abstachen. »Ich sehe, man liebt hier das Neue.« Klaus Tiedemann hörte gern das Lob seiner Bemühungen, er war angenehm berührt von des anderen Art.
»Man geht mit dem Fortschritt! Uebrigens das ist Freds Verdienst.«
»Also du bist der Künstler?« Olthoff wendete sich für einen Augenblick zu Fred, der sich eine Zigarette anzündete, dann entschuldigte er sich neuerlich: »Ich mache mir wirklich Vorwürfe, daß ich so ohne weiteres die Herrschaften inkommodiere, aber wir waren so lustig zusammen, weil ‚Franklin’ so gut bestanden hatte, daß ich mich leicht überreden ließ.«
»Mache doch keine Umstände,« Fred Tiedemann sprach mit hoher, gesucht vertraulicher Stimme, »meine Leute freuen sich, dich kennenzulernen, nachdem ich ihnen schon viel von dir erzählt habe!«
»Gewiß, Herr Baron, wir sind Fred sehr verbunden, daß er uns Ihre werte Bekanntschaft vermittelte,« sagte Klaus Tiedemann schnell.
Olthoff verneigte sich, daß die Sporen klangen. »Sehr angenehm.«
»Wollen Herr Baron nicht eine Erfrischung zu sich nehmen?«
»Nein, danke, wir haben reichlich gefrühstückt.«
»Vielleicht könntest du, Hilde, ein Glas Wein an ...« Hilde war langsam aufgestanden, doch schon versperrte ihr Olthoff den Weg:
»Sehr liebenswürdig, aber ich danke wirklich! Bitte doch Platz zu behalten. Bitte!« Als sie wieder saßen, nickte er Hilde zu: »Gnädiges Fräulein müssen die Stelle der Hausfrau vertreten?«