Seine Reden klangen konventionell und gezwungen, ein leichter Hauch von der Ueberlegenheit des Mannes war darin und: Oberflächlichkeit. Hilde merkte mit scharfen Sinnen: das war einer, der ihr gegenüber die Art ihrer Leute hatte, nun begriff sie Freds Sympathie!
Der suchte stets Bekanntschaften, die ihm in der Gesellschaft durch Namen oder Aehnliches nützen konnten! Sie zuckte die Achseln und sagte: »Natürlich!«
»Gnädiges Fräulein haben noch einen zweiten Bruder?«
»Ja!« Klaus Tiedemann, der mit Zigarrenkistchen im Arm vorüberging, streichelte ihr die Wangen; seine Worte kamen oft verspätet:
»Nur nicht zu bescheiden sein, Mädel!« Hilde zuckte zusammen, ihr tat die gutgemeinte Berührung in Gegenwart des Fremden weh. Der wendete sich zu Klaus Tiedemann:
»Ein herber Verlust, wenn den Kindern die Mutter entrissen wird; auch meine Mama starb früh.«
Klaus Tiedemann nickte. »Es ist übermorgen ein Jahr; meine arme Frau; sie war eine Geborene von Wesenheim.«
Olthoffs verwittertes Gesicht überflog für eine Zehntelsekunde ein Lächeln, das sein gelbes Antlitz unter dem schwarzen Schnurrbart häßlich verzog. »Sie haben einen guten Ersatz,« er sah mit kecken Augen auf Hilde, die befangen vor sich niederblickte.
»Darüber ließe sich streiten,« warf Fred Tiedemann ein.
»Nicht doch, Hilde hilft uns in vielem.«