Hilde war sich bewußt, in der Stadt den Verlust Leos mehr zu empfinden als hier draußen. Sie sah keinen Ausweg, ihre Familie von dem eingeschlagenen Wege abzubringen. Dazu gehörte eine starke Hand, und die hatte von allen nur Gerhard, der nicht zu Worte kam.

Mit ihrem Stiefbruder mußte sich die Sache klären. Des öfteren sprach ihr Vater nun von dessen großen Fähigkeiten. Wie würde das Fred aufnehmen?

So spann sie im Warten ihre Gedanken. Ihre Blicke folgten unabsichtlich den Fliegen, die auf der weißen Wand herumeilten und dann als schwarze Punkte unverrückbar in der Sonne festhielten, daß ihre Flügel seidig glänzten.

Wieder hob der Kuckuck an.

Sie warf den Kopf herum. Die Gartenpforte hatte geklungen.

Noch verdeckten die Büsche den Kommenden.

Nun wurde er frei. Es war ein Mann, hager und gebeugt; mit großen, stolpernden Schritten kam er durch den Garten direkt auf das Haus zu.

Sie erschrak, ohne sich bewußt zu werden, warum.

Er sah auf; es war Görnemann. An der Art, wie er den Hut zog, erkannte sie ihn.

Sie ging ihm über die Stufen entgegen.