Es klopfte jemand an die Tür. Fred rief: »Herein.«
Eine breite, muskelkräftige Gestalt, mittelgroß, die unverkennbare Aehnlichkeit mit dem alten Tiedemann trug, trat über die Schwelle; eine sichere Stimme sagte kurz: »Guten Morgen.« Die Aussprache hatte englischen Akzent. Gerhard Tiedemann ging mit schweren Schritten auf seinen Stiefbruder zu und sagte sachlich:
»Wir brauchen dich drunten im Kontor, zum Unterschreiben, wir können die Sachen nicht länger liegen lassen.«
Unwillig hatte sich Fred im Sessel herumgeworfen. Nun galt es, den Chef zu zeigen. Er zog die Stirn in Falten. »Ich komme; so lange wird es wohl noch Zeit haben!?«
Gerhards energisches Gesicht blieb ruhig. »Ich habe die Sachen mitgebracht; sie liegen nebenan.«
Klaus Tiedemann wackelte vergeblich mit dem Kopfe, um der peinlichen Szene — doppelt unangenehm, weil sie vor einem Fremden stattfand — ein Ende zu machen. Auch in ihm war Aerger über Gerhards eigenwilliges Benehmen. Was mußte sich Olthoff denken?
Als Fred keine Antwort gab, klang abermals Gerhards Stimme: »Es handelt sich vor allem um die Wechsel für Lecart, deren dieser dringend benötigt.«
Fred war aufgesprungen und maß den Sprecher von Kopf bis zu den Füßen, dann ging er voraus ins Herrenzimmer.
Klaus Tiedemann sah seinen Kindern nach, von denen er das, welches die Art seiner eigenen Jugend trug, nicht liebte. Wie derb und gewöhnlich war dessen Gestalt gegen die elegante Figur Freds!
Es vergingen verlegene Minuten.