Hilde zuckt zusammen, dunkle Vorahnung bemächtigt sich ihrer. »Mein Bruder ist auch nicht hier.«
»Nicht zu Hause?« wiederholt der Husar und fängt die Unterlippe mit den Zähnen. »Dürfte ich mir die Frage erlauben, wann Ihr Herr Bruder von hier wegging?«
»Das weiß ich nicht, ich habe ihn seit gestern mittag nicht mehr gesehen, er hat oft auswärts zu tun.« In schweren Schlägen klopft dem Mädchen das Herz. Nervös zuckt die Hand und preßt krampfhaft das Taschentuch zusammen, um Ruhe zu finden.
Unschlüssig steht der Husar: »Gnädiges Fräulein wissen also nicht, wo Ihr Herr Bruder sich befindet?«
»Nein.« Sie legt die zitternde Hand auf die Stirn. »Vielleicht ist er mit Papa im Abgeordnetenhaus.«
Er schüttelt verneinend den Kopf: »Dort ist er nicht!« Er rafft sich zusammen; seine Augen sehen starr und abweisend. »Dann ist meine Mission erfüllt.«
Er schlägt die Füße zusammen, daß die Sporen klingen. »Bitte zu entschuldigen!«
Mit schnellen Schritten kommt Hilde näher, flehend sehen ihre Augen, ihr Mund ist geöffnet. »Was ist mit Fred? Es ist ihm doch nichts zugestoßen?«
»Nein, gnädiges Fräulein können beruhigt sein.« Eiserne Disziplin ist in seinen Augen. »Es ist ihm nichts geschehen.«
Er neigt den Kopf und zieht die Tür hinter sich zu.