Hilde Tiedemann preßt die Handflächen gegeneinander. Nun weiß sie, daß sich wieder Unheil vorbereitet, vielleicht bereits vollzogen hat.

Sie lehnt die heiße Stirn an die eiskalten Fensterscheiben.

Ein rauher Sturm fegt durch die Straßen.

Nun sieht sie Freds scheues Wesen in den letzten Tagen mit anderen Augen; nun gewinnt sein unruhiges Kommen und Gehen unheilvolle Bedeutung.

Kam das Haus wirklich in Schwierigkeiten? Stand der Bankerott vor der Tür? Sie hatte es vorausgesehen und vergebens gewarnt.

Doch sie will jetzt nicht daran denken, sie will arbeiten und ihrem Vater zur Seite stehen.

Doch das kann es nicht sein, da wäre der Offizier nicht hier gewesen.

Sie läuft in Freds Zimmer, es ist bereits aufgeräumt; sie weiß nicht, daß das Bett die letzte Nacht leer geblieben ist.

Sie fragt das Stubenmädchen; doch Fred Tiedemann ist oft Nächte außer Hause gewesen. Das ist kein Beweis!

Wieder steht sie beim Fenster.