Schon hört sie seinen Schritt.

Er drückt ihre Hand; in seinem Gesicht ist große, leuchtende Freude.

Scheue liegt über ihr und heißt sie schweigen.

Er spricht von seinem Werte, von froher Hoffnung auf die Zukunft.

Eine blutrote Rose steckt er ihr an die Brust, von seiner Mutter.

Sie bebt im schwarzen Kleide und horcht mit todtraurigen Augen.

Er will arbeiten und schaffen, Gedanken und Pläne wirft er hin mit wenigen Worten für ein ganzes Leben. Er spricht von den letzten Monaten, in denen er sein Werk den Augen der anderen preisgab; fast schien es ihm Entweihung. Sie hätte es als erste sehen sollen! Und dann die Urteile: Erst glaubten sie etwas zum Aussetzen finden zu müssen, war er doch ein Neuer, ein Junger. Dann aber verstummten diese Stimmen immer mehr. Anerkennung wurde ihm zuteil, daß er sich manchmal selbst fragte, ob er sie denn auch wirklich verdiente, ob er die anderen wirklich so viel überragte.

Nur mit halbem Ohr hört Hilde; jedes Geräusch von der Straße läßt sie zusammenfahren.

In seiner frohen Erregung hat es Hansen nicht bemerkt; doch jetzt stutzt er und tritt näher: »Was ist?«

»Nichts.« In dem Mädchen kämpft Willenskraft und Sorge mit der Liebe des sich unterwerfenden Weibes. »Wirklich nichts!« Sie versucht ein Lächeln.