In reichem Schmucke prangte das Industriehausvestibül. Die Herren im Frack streckten die Hälse, vorsichtig balancierten sie die Zylinder. Draußen, nur durch Glas und Eisen getrennt, klatschte der Regen auf die breiten Granitstufen, welche das Vestibül gegen die Straße abschlossen. Jeden Augenblick mußte der Minister vorfahren.

Klaus Tiedemann stand mit leise murmelnden Lippen neben der gleißenden Statue Merkurs. »... festhalten in Treue am zünftigen Beruf ...« Er konnte sich Leos Worte nicht merken, es war zuviel jugendlicher Schwung darin. Der Schweiß war auf seiner Stirn, polternd fiel der Zylinder zu Boden. Er hob ihn auf und ließ das Konzept fallen. Die Umstehenden sahen ihn an: »Das konnte gut werden!« Es waren meist Altersgenossen Freds, mit deren Vätern er gearbeitet hatte. Sie empfanden keinen Zusammenhang mit dem alten Mann.

»Er kommt.«

Ein Wagen fuhr vor, die mächtigen Torflügel öffneten sich, brausend sprang der Wind von der Straße in die Topfpflanzen, welche des Landesherrn Büste schmückten.

Alles verneigte sich vor dem Minister und drängte vorwärts.

Klaus Tiedemann fühlte sich gestoßen, in den Vordergrund geschoben; unordentlich saß der Frack auf seiner vierschrötigen Gestalt. Jedes Wort war ihm entfallen; die Knie zitterten. Er sah gebeugte Rücken. Lackschuhe schliffen auf den Fließen.

Die Vorstellung der Herren war schon im besten Gang.

Instinktiv suchte Klaus Tiedemann einen Ausweg aus der Menge; er drängte der Tür zu. Sein Herz hob an, in schweren Schlägen zu pochen.