Wofür die langen Qualen, wenn ein Fingerdruck Ruhe gab auf ewig?

Ein paar Schritte, und es ist getan!

Klaus Tiedemann weiß die Waffe im Kasten, die er als junger Mann bei sich getragen hat; er braucht nur einige Schritte zu machen, dann starrt ihn die schwarze Mündung an: ein Druck, und es ist vorbei. Während er stürzt, dreht sich die Kammer weiter, zum nächsten Schuß.

Wie leicht findet der Mensch seine Ruhe!

Schon einmal hat Klaus Tiedemann an den Selbstmord gedacht, als er hungerte; doch nur Schwäche glaubte er damals darin zu sehen.

Nun dünkt er ihm Erlösung.

Fahrige Eile kommt über ihn: wie wohlig muß es sein, ausruhen zu dürfen nach langer Qual!

Wilder Haß ist in ihm; er knirscht mit den Zähnen. Niemand liebt ihn, er war einsam, und einsam will er sterben. Sie sollen machen, was sie wollen, ihm ist alles gleich, er will endlich Ruhe finden. Er tastet sich in die Höhe und geht dem Kasten zu; ein irres Lachen ist auf seinen Lippen. Des Lebens Krone!

Die Faust schlägt an die kalte Mauer; ohnmächtige Anklagen wirft die lallende Zunge durch die ruhende Nacht. Schwarze Hände streifen seine Stirn, ein Fallen ist um ihn, ein Drehen und Winden. Er glaubt Arme zu spüren, die sich nach ihm strecken, ihn festhalten wollen. In rasenden Schlägen teilt er die Luft, er will sterben! Er will Leo folgen, dem einzigen, der ihn geliebt hat.

Sein Kind wird ihn verstehen.