»Ich weiß wirklich nicht.«

»Daß du das vergessen hast!«

»Was ist denn?«

»Als Hansen seine Karikaturen zum erstenmal gesammelt erscheinen ließ, rückten die Solt-Hansen doch in die Zeitung die Notiz ein ...«

»Jetzt erinnere ich mich: daß sie mit dem Zeichner T. A. Hansen weder verwandt noch irgendwie in Beziehung wären? Das meinst du Papa?« Fred mußte lachen. »Grob war schon seine Antwort! Ich hätte mich allerdings in ähnlichem Fall tödlich beleidigt gefühlt, aber: Fürst Solt verkehrt mit den Solt-Hansen nicht, weil sie bürgerliche Frauen haben, und er lachte über Hansens Erwiderung am nächsten Tage: ‚Der Zeichner T. A. Hansen teilt mit, daß er mit der Familie Solt-Hansen, deren jüngster Sohn kürzlich wegen betrügerischer Wechselschulden verurteilt wurde, weder verwandt ist noch in irgendwelchen Beziehungen steht.’«

»Ein ganz famoser Bursche, der Hansen,« meinte Leo nachdenklich, »der schert sich um niemanden als um sich selbst und ...«, er zwinkerte mit den Augen zu seiner Schwester hinüber.

Die senkte den Kopf tief auf ihre Arbeit, während der Vater langsam, widerwillig sagte: »Also den auch.« Und dann hörte sie, wie der Bleistift bei Hansens Namen den Haken machte, der seine Einladung sicherte. Sie mußte bitter lächeln, daß es gerade Fred war, der ihn wieder zu ihnen ins Haus zog. Gerade der, der ihn am wenigsten verstand, und dessen Art Hansen am heftigsten bekämpfte.

Fred sah auf die Uhr und sagte:

»In einer Viertelstunde muß ich fort, sonst treffe ich Lecart nicht mehr im Klub.« Er griff nach der Adressenliste und durchflog die Namen. »Der Karsten hat quittiert und ist Agent geworden, den natürlich nicht«, er strich den Namen des ehemaligen Gardeoffiziers und las flüchtig weiter ..., »die junge Büdener nicht, die hat einen armen Teufel geheiratet, man sagt aus Liebe. Die kann sich kein ordentliches Gesellschaftskleid kaufen.« Wieder kratzte der Bleistift und schied eine junge Frau vom Hause Tiedemann ... Er las rasch: »Die anderen stimmen so.« Er ließ das Papier fallen. »Richtig, was ich noch sagen wollte: du mußt dir den Schneider kommen lassen, Papa, du brauchst einen neuen Frackanzug.« Klaus Tiedemann schüttelte den Kopf; doch sein Sohn ließ ihm nicht das Wort: »Es ist die höchste Zeit für dich.«

»Schon wieder einen neuen Frack?« Der alte Tiedemann runzelte die Stirn. »Ich habe nur ohnehin erst voriges Jahr einen machen lassen.«