Das Leben war fortgeschritten und verlangte andere Formen. Das war stets so gewesen, und Fred stand voll in seiner Zeit: das war seine Beruhigung.
Nun sah er den alten Görnemann, welcher gebeugt an seinem Stehpult arbeitete, den weißen Kopf auf die linke Hand gestützt. So hatte er ihn jahrzehntelang gesehen; nur die Haare waren damals noch braun gewesen.
Der Ton, mit dem er ihn anredete, war wärmer, als er eigentlich wollte:
»Grüß Gott, Görnemann!« Der fuhr herum, als hörte er ein Gespenst:
»Der Herr!« Er lief nach einem Sessel. »Das ist aber schön, daß Sie wieder einmal nach uns sehen. Das ist sehr schön.« Er rieb seine mageren Hände, daß sie knackten. Klaus Tiedemann machte eine Kopfbewegung nach den Arbeitenden; er war verlegen, weil er nicht gleich den richtigen Ton fand.
»Viel neue Leute darunter?«
»Viele«, der alte Prokurist räusperte sich.
»Hat sich viel geändert?«
»Oh, sehr.«
Etwas Fremdes lag zwischen den beiden Männern, die sich ein Leben lang gekannt hatten. Der Ton des Salons ließ sich nicht hierher verpflanzen.