»Nun haben wir die Wolny verpaßt.«

Hilde und Leo empfingen in den vorderen Räumlichkeiten die letzten Gäste. Dann geleiteten sie diese in den Musiksalon. »Wenn es Sie interessiert, wir wollen eben über das Wohltätigkeitsfest schlüssig werden.« Leise Verbeugungen, diskretes Lächeln und Händedrücke ließen die Wissenden erkennen.

Lachen und Bravorufe klangen von der Schmalseite, wo sich die Herren drängten. Frau Baronin Wolny stand auf, von neuerlichem Beifall begrüßt. Sie lächelte dankend und sprach geziert:

»Meine Herrschaften!«

Sesselrücken ging der allgemeinen Ruhe voraus, welche knarrende Stiefel unangenehm unterbrachen, die auf dem spiegelnden Parkett hin und her gingen. »Wer ist das?« Ein fragendes Lächeln hinter dem Fächer, leise Antwort:

»Ueberbleibsel aus alter Zeit, man sagt, ein Verwandter.«

Zwei Augenpaare nickten sich zu, über Gerhard Tiedemann hatten zwei Damen der Gesellschaft den Stab gebrochen.

»Meine Herrschaften! Vor allem danke ich Ihnen für ihr Vertrauen«, sprach die Wolny. »Ich weiß nicht, ob ich es verdiene,« die rotblonde Frau lächelte verbindlich, »aber wenn ich tatsächlich die Ehre haben werde, dem Feste zu präsidieren, so können Sie versichert sein, daß ich zu dessen Gelingen alles tun will, was in meinen schwachen Kräften steht.«