Es war wenige Stunden vor Beginn des Festes. Fred Tiedemann stand in seinem Zimmer und ordnete seine Maskerade. Leo saß rittlings auf einem Sessel und sah mißmutig auf einen Haufen in die Mitte des Zimmers geworfener Kleider. »Zu blöde,« er schüttelte den Kopf, »daß ich nicht mit kann!« Als Fred, der vor dem Spiegel in die Betrachtung seines Selbst versunken war, keine Antwort gab, stieß er ihn unsanft an: »Du, hörst du?«
Aergerlich fuhr Fred, Kamm und Bürste in Händen, herum: »Jetzt schau' meinen Scheitel an; nun kann ich nochmals anfangen.«
»Du hast doch Zeit.«
»Wieso denn?« Fred sah rasch nach der Uhr. »Ich muß auch noch Papa und Hilde antreiben, daß sie fertig werden ...«
»Glaubst du, daß sie Olthoff mag?«
»Einstweilen ist's noch zum Aushalten, aber er wird sie schon kirre machen. Er versteht, mit Weibern umzugehen.«
Nachdenklich sah Leo zur halbdunklen Zimmerecke: »Ob sie nicht zu fest an Hansen hängt?«
»Der wäre der Richtige!« Fred Tiedemann lachte. »Damit wir noch so einen in die Familie bekommen wie den Gerhard! Na,« er zog die Krawatte zu, »das Geld würde dem schon passen, das haben ‚Künstler’ gern.« Er lachte geringschätzig.