Lebhaft widersprach Leo: »Nein, Fred, wenn ich alles von Hansen glaube, darauf gibt er nichts.«

»Na, nichts Gewisses weiß man nicht.« Fred strich den Schnurrbart. »Ich habe gegen solche biederen Gestalten Mißtrauen ...«

Leo schüttelte den Kopf und schwieg. — Nach einer Weile sagte er: »Du, Fred, beinahe hätte ich es vergessen: Gerhard war vor einer Stunde hier, um mit Papa zu sprechen.«

»So? Worüber? Was hat Papa gesagt?« Der andere hielt in seiner Toilette inne und wartete gespannt auf Antwort.

»Er hätte jetzt keine Zeit, er sollte morgen vormittag kommen.«

»Aha,« Fred pfiff das Signal: »das Ganze halt!« vor sich hin, er mußte es ja kennen als Reserveoffizier der Husaren, dann meinte er nachdenklich: »Hoffentlich schmeißt ihn Papa jetzt endlich 'raus.«

»Was hat es denn gegeben?«

»Frech war er wieder: er redet überall hinein, wo es ihn nichts angeht! Lecart nimmt unsere Firma jetzt stark in Anspruch, weil er in größere Unternehmungen verwickelt ist, und das paßt dem Kerl nicht. Immer ist er derjenige, der warnt und lieber fremden Leuten als unseren eigenen Verwandten borgen möchte. Und es geht ihn doch wirklich nichts an!« Er hielt inne und polierte die Nägel. »Aber ich weiß schon, hinter ihm steckt der Görnemann, das alte Weib, das sich nichts zu unternehmen getraut; der hetzt ihn und schickt ihn ins Vordertreffen.«

»Warum läßt du dir's gefallen?«

»Du hast leicht reden. Ich muß doch jemanden haben, auf den ich mich verlassen kann: ich werde mich doch nicht selbst jeden Tag ins Geschäft setzen, dazu bin ich mir zu gut, und verlassen kann man sich auf die zwei, das ist ja wahr!« Fred ließ die Nagelschere auf die Marmorplatte des Waschtisches fallen. »Ueberdies, ich kenne auch niemanden von den Angestellten, ich bin dazu zu wenig im Bureau, so daß ich den Alten zumindest noch ein Jahr brauche.«