Gerhard kam ihm wieder in den Sinn. Man hatte ihn nicht richtig behandelt. Es war zu viel für seinen alten Kopf. Er konnte die Unterschiede seiner Kinder nicht versöhnen, die er selbst geschaffen hatte ...

Er seufzte. Von unten klang das Rasseln eines Automobils herauf. Hastig schloß er die Fenster; wie leicht konnte Leo aufwachen!

Fred trat über die Schwelle in tadellosem Salonanzug. Er zog die Handschuhe über:

»Gott sei Dank, Papa; Hilde erzählte mir, der Arzt sagte, es hätte keine unmittelbare Gefahr; nur äußerste Ruhe sei notwendig?« Er sah seinen Vater fragend an: »Ich habe doch recht verstanden?«

Klaus Tiedemann nickte mit schiefem Kopfe:

»Ja, wir wollen es hoffen.«

»Adieu, Papa, ich muß weg, weil ich Roller versprochen habe, ihn abzuholen; dafür malt er mir den ‚Franklin’, wenn er heute gewinnt.«

»Du fährst zum Rennen,« Klaus Tiedemann sah seinem Sohne ernst in die Augen, »wo Leo so krank ist?«

»Du bist komisch, Papa; soll ich mich auch vor ihn hin setzen und ihn anschauen? Reden dürfen wir mit ihm so nichts. Was soll ich also daheim?«

»Du hast recht.« Beinahe eilig reichte Klaus Tiedemann ihm die Hand. »Geh und unterhalte dich gut!«