Mir erging es nicht besser. Ich war überzeugt, diese Frau niemals gesehen zu haben, ich dachte nicht eines Herzschlags Länge daran, jene hätte mich als den erkannt, der ich war; und dennoch hörte ich den Flügelschlag der Bestimmung über mir rauschen und harrte unruhig, wenn auch ohne Furcht.

Dem Ritter war die Ursache ihrer Bewegung entgangen, vielleicht glaubte er ihr Gemüt vom Abschied verschattet; er neigte sich zu ihr und sagte leise auf deutsch:

»Mut, Liebling, wir fahren mit Gott.«

Sie hob den Kopf, bleich und leuchtend wie ein Marmorbild stand ihr Antlitz in dem nächtigen Himmel. Unvermutet schwang ihre dunkle Stimme in der Luft:

»Ihr seid ein Pilger? Fahrt Ihr zum Heiligen Lande?«

Mit einem ahnte ich, dies war die Erlösung. Der Ritter sah verwundert zu mir her und lächelte wohlwollend, möglich, daß er sich von meinem Aussehen keine Nebenbuhlerschaft versprach. Er tat wahrlich recht daran: die Tyrrhenische See zeigte mein mondumspültes Bild, als tauche ein Meeresungeheuer aus dem Hafengrund.

»Edle Frau,« erwiderte ich, »Ihr habt recht gesehen, ich bin ein Pilger und walle zum Heiligen Lande. Aber wann das sein wird, weiß Gott allein, denn ich habe kein Geld für die Überfahrt.«

»Ihr seid geistlich – geweihter Priester?«

»Ihr sagt es, edle Frau,« sprach ich gelassenen Mundes, indes mir das Herz schier die Rippen zerschlug. Ich bemerkte, wie sie mit den Augen ihren Gemahl beschwor und eine alte Bitte wiederholte.

Der Ritter nahm das Gespräch auf: