Der Bastard verzog die Lippen und verbarg ein Gelächter, da ihm die Vorzüglichkeit dieser Zeugnisse bekannt war. Und wiederum, zur selben Zeit, umdüsterte eine Trauer sein immer noch edles Haupt, Trauer um das Wählingerblut, das er nun unter dem Wüstensande modern glaubte.

»Benediktus oder Ronald,« sprach er höflich, »hier gilt das gleich. Wir hängen nicht an Formeln und bitten Euch, Vater, bleibet hier, so lang es Euch gefällt; übt Euren geistlichen Beruf oder ergötzt Euch an weltlichen Dingen, wie es Euch beliebt. Wir wollen Euch danken, so lange wir leben, denn Ihr habt unser bestes Gut gerettet.«

Er sah Harald an und schien mit Mühe eine tiefe Bewegung zu beherrschen, offenbar hing sein Herz an diesem Erben des Wählingerlandes, als sei es sein eigener Sohn.

»Und mehr dazu!« fügte Aleit leise seinen Worten an, indem sie Sobeide umschlang und mit herzlichem Takt in das Gehege der Sippe einbeschloß.

Ich mußte mich abwenden, meine Augen wurden verräterisch. Kein Wort, keine Bewegung, und doch irgend etwas, das ich, weiß nicht, mit welchem Sinn, wahrnahm, trennte den Bastard von der Herzogin und legte eine ewige Kluft zwischen sie.

Mitternacht ward, wir gingen zur Ruhe. Der Bastard selbst geleitete mich in mein Gemach; ein Handleuchter erhellte notdürftig den Weg. Ich merkte, er führte mich zu einem sehr schönen Turmzimmer für hohe Gäste, und folgte ihm mit sicheren Schritten; die mannigfachen Stufen fand ich blindlings und hatte noch eine kindliche Freude an dieser genauen Erinnerung.

Plötzlich sagte der Bastard rauh:

»Ihr wandelt durch die Gänge, als sei Euch das Haus von Kindesbeinen an vertraut.«

»Die Wüste erzieht Raubtiersinne,« gab ich sogleich zurück, »ich mache mich anheischig, Euch im Dunkeln zu folgen.«

Die rasche Antwort schien seinen Argwohn zu besänftigen, er hob die Riegel aus der Tür des mir bestimmten Zimmers und wünschte mir mit freierer Stimme eine geruhsame Nacht.