Nachher sahen wir die Marställe und Waffenkammern; der Herzog merkte mein Befremden über die Fülle und Güte der Tiere und Rüstungen und sagte fast heiter:

»So sind alle meine Burgen ausgestattet, Vater Ronald; da hängt das Geld, das wir nicht in den Abgrund der Kreuzzüge warfen. Das Wählingerland hat kaum einen Toten im Morgenlande zu beklagen außer denen, die uns dieser Wildling entführte.«

Lächelnd zwar, aber dennoch ernst nickte er Harald zu, der in fröhlichem Leichtsinn Antwort gab, daß ihm seine Kreuzfahrt Sobeide zugebracht und er keinen Grund zu Klagen hätte. Auch sei er nicht dummer geworden, seit er die Welt jenseits der Grenzpfähle kenne, zumal da ihm sein Vater hier jede Arbeit zuvortue und ihm nichts ließe als die Jagd.

»Dies kann bald genug anders werden,« sagte der Bastard leise; sein scharfer Blick verschleierte sich, ein Seufzer hob seine Brust. Er ärgerte sich über sein eigenes Wort, sah zum Himmel auf, daran die Wolken dunkler flogen, und bemerkte:

»Für heute mag es genug sein, Vater Ronald; mich deucht, der Tag wird mit Regen enden.«

So ritten wir zurück, nicht auf demselben Wege, denn der Bastard hatte es offenbar darauf abgesehen, uns zu zeigen, wie das Land in jedem Winkel blühe und reich und glücklich war, jedoch enthielt er sich alles eitlen Selbstlobes und ließ dem tüchtigen Blut des Wählingervolkes den Kranz. Zwischen seine Erklärungen flocht er prachtvoll klare Überblicke aus der Geschichte der letzten Jahre, legte den Finger auf die Wunden der Staatskunst seiner Nachbarn und des Rotbarts, der seinen besten Fürsten unbedacht der Meute seiner Herren und Bischöfe preisgegeben habe.

»Heinrich der Braunschweiger war ein Mann nach meinem Herzen,« sagte er schier zornig, »und wenn nicht England und Frankreich nach Claraforte schielten, so hätte ich ihm beigestanden. Beim Himmel, wir hätten gesiegt!«

Dies letzte kam wie Gewittergrollen aus einem Herzen, das zwanzig Jahre Frieden gehalten hatte und am liebsten Tag um Tag in der Schlacht gestanden wäre. In seinen Augen glomm ein gefährlicher Funke, sein Gesicht straffte sich männlich und gewann trotz aller Wildheit einen hohen, adligen Zug, daß ich ihn, alles vergessend, zum erstenmal mit ungemischter Freude betrachtete. Wahrlich, es fehlte nicht viel, so hätte ich ihm den Arm brüderlich um die Schulter gelegt.

Die Dämmerung war grau und trübe hereingebrochen, ein Regen, fein wie Nebel nur, schleierte die Landschaft, die Hufe pochten dumpfer auf den Boden.