[11] 26. Dezember 1784.
VI.
Untergebene.
Goethe war sich stets bewußt, daß die Diener an ihrem Platze ebenso vollkommen sein können, wie er an dem seinen. „So göttlich ist die Welt eingerichtet, daß Jeder an seiner Stelle, an seinem Orte, zu seiner Zeit alles Übrige gleichwägt.“ So sagte er 1810 zu Riemer, und „wenn der Größte ins Wasser fällt und nicht schwimmen kann, zieht ihn der ärmste Hallore heraus.“ Gern bedachte er auch die Gleichheit des Menschenloses in den wichtigsten Erlebnissen: „Es ist ganz einerlei, vornehm oder gering sein: das Menschliche muß man immer ausbaden.“
Der Knecht sowie der Herr vom Haus
Ziehen sich täglich an und aus.
Sie mögen sich hoch oder niedrig messen,
Müssen wachen, schlafen, trinken und essen.[12]
Drum treibt’s ein Jeder, wie er’s kann:
Ein kleiner Mann ist auch ein Mann!