Sehr viel Zeit!
Das bleibt das Resultat.
Nicht feste Ziffern, — grade die trügen am leichtesten. Aber unendlicher Spielraum!
Und wenn etwas je Ziffern geben könnte, so wären es ganz kleine, eng umrissene Beobachtungsreihen inmitten des hellen Tages von heute. Wie ein nackter Fels heute vom Leben erobert wird gleich jener Krakatauschlacke; und wie dieses isolierte Leben dann lokalen Wandel vielleicht erfährt in Jahrtausenden; das wäre so eine Reihe. Und wie zugleich der Boden sich wandelt, wie Zuwachs, Abzug, Hebung oder Senkung sich zeigt, das wäre echtes geologisch-chronologisches Material.
Bescheiden sein gilt es da, bescheiden vorgehen von Schritt zu Schritt, um als Krone der Bescheidenheit zu ernten — die Milliarde.
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Ich blättere wieder in den Büchern. Man merkt es noch an anderem, daß der Darwinismus aus dem Schwabenalter kommt.
Es lösen sich persönliche Beziehungen.
Die Taufpaten, die das Kind aus der Wiege hoben — Darwin, Lyell, Huxley — sind fast alle schon hin. Die zweite große Generation aber fängt an, ihr Testament zu schreiben. August Weismann gibt seine „Vorträge über Deszendenztheorie“ heraus, in zwei dicken Bänden. Haeckel hat seine „Gemeinverständlichen Vorträge und Abhandlungen aus dem Gebiete der Entwickelungslehre“ ebenso in zwei Bände gesammelt.
Gleich in der Vorrede lese ich da bei Weismann: „Wenn ein arbeitsfreudiges Leben sich seinem Ende zuneigt, so regt sich wohl der Wunsch, die Hauptergebnisse desselben zu einem abgerundeten und in sich harmonischen Bild zusammenzufassen und gewissermaßen als ein Vermächtnis den nach uns Kommenden zu hinterlassen. — Das ist der Hauptgrund, der mich zur Veröffentlichung dieser Vorträge veranlaßte.“ Ein Werk, das solche Sätze an der Spitze trägt, legt eine neue Verpflichtung auf.